Akzeptanz der Behinderung – ein Weg, der immer wieder hinterfragt wird Akzeptanz ist ein großes Wort. Viele Menschen verwenden es leichtfertig, so als wäre es ein Zustand, den man irgendwann erreicht und dann abhaken kann. Für mich als Mutter eines Kindes mit Behinderung ist Akzeptanz jedoch ein fortlaufender Prozess der nicht nur mich, sondern auch mein Umfeld und vor allem das System immer wieder herausfordert. Mein Sohn ist sieben Jahre alt. Er ist auf Hilfsmittel angewiesen, um sicher, würdevoll und altersgerecht leben zu können. Trotzdem stoße ich immer wieder auf Aussagen, die mich sprachlos machen. Einer der Sätze, die ich am häufigsten höre, lautet: „Ihr Sohn hat ja schon so viele Hilfsmittel.“ Was dabei oft übersehen wird:Die meisten dieser Hilfsmittel stammen aus dem Kleinkindalter. Ein Therapiestuhl. Ein Therapiebett. Ein Reha-Buggy. Ein spezieller Kindersitz fürs Auto. Diese Dinge sind keine Extras, kein Luxus – sie sind notwendige Folgemittel, weil mein Sohn ohne sie nicht sicher sitzen, schlafen oder transportiert werden kann. Mein Sohn ist sieben Jahre alt. Er wächst. Sein Körper verändert sich. Seine Bedürfnisse verändern sich.Und trotzdem muss jede notwendige Anpassung erneut gerechtfertigt werden – als müsste ich beweisen, dass seine Behinderung nicht plötzlich verschwunden ist. Die Begutachtung für ein neues Pflegebett Besonders verletzt hat mich eine Aussage während der Begutachtung für die Neubeschaffung eines angepassten Kinderpflegebettes: „Wissen Sie eigentlich, wie teuer so ein Bett ist?“ Ich war für einen Moment still. Nicht, weil ich keine Antwort hatte – sondern weil mich diese Frage tief getroffen hat. Dann habe ich ruhig geantwortet: „Ja, das weiß ich. Und glauben Sie mir, mir wäre es auch lieber, in ein Möbelhaus zu fahren und meinem Sohn einfach ein schönes Kinderbett auszusuchen.“ Dieser Satz beschreibt so viel von dem, was Eltern von Kindern mit Behinderung täglich fühlen.Niemand entscheidet sich freiwillig für Hilfsmittel. Niemand beantragt sie aus […]